Daniela lebt weiter

Daniela lebt in Düsseldorf.

Sie ist ein Wunschkind. Als drei Tage nach ihrer Geburt die Ärzte die Diagnose Gallengangsatresie stellen, bricht die Welt ihrer Eltern zusammen. Danielas Leber arbeitet nicht richtig. Da die Gallensäuren nicht abgeführt werden, entsteht eine Leberzirrhose. "Wir haben uns auf den Tod vorbereitet", erinnert sich die Mutter, "wir wussten nicht, was wir tun sollten" 

Sechs Wochen alt ist Daniela, als die Ärzte versuchen, die fehlenden Gallenwege zu ersetzen. Die Operation bleibt erfolglos. Ihre Lebenserwartung wird auf nicht mehr als drei Jahre geschätzt. Als sie ihren vierten Geburtstag hatte, lag sie fast nur noch im Krankenhaus. Die Ärzte sagten, dass sie jetzt bald sterben würde.

Zu dieser Zeit, Mitte der 80er Jahre, gibt es kaum Chancen für Organtransplantationen bei Kindern. Das Thema Organspende wird kaum diskutiert. Durch Zufall erfährt die Familie von einem Mediziner-Kongress, zu dem ein deutscher Professor, der als Transplanteur in den USA arbeitet, eingeladen ist. Dort gibt es mehr Erfahrungen im Bereich der Organtransplantation. Danielas behandelnder Arzt nimmt Kontakt zu ihm auf und kurz darauf kommt der Spezialist nach Düsseldorf, um sich das Mädchen anzusehen. Plötzlich gibt es Hoffnung: Daniela kann geholfen werden. Nicht in Deutschland, aber in Amerika. 

Wenige Wochen später, am 13. Oktober 1987, wird ihr in einer Transplantationsklinik in Chicago die Leber eines kleinen Jungen transplantiert. 18 Stunden dauert die Operation, die erfolgreich verläuft und Daniela ein neues Leben schenkt. 

Daniela heute:
Heute ist Daniela eine lebenslustige junge Frau. Sie liebt Inline-Skaten und begeistert sich für Fensterbilder. Ihr Herz schlägt für ihren Freund und das Deutsche Rote Kreuz. Dort engagiert sie sich, schon seit sie 14 Jahre alt ist, als freiwillige Helferin im Sanitätsdienst. "Ich glaube, ich lebe mein Leben viel bewusster", sagt Daniela, "ich sehe jeden Tag als Geschenk". Und Geburtstag feiert sie zweimal im Jahr: Einmal mit meinen Freunden, an meinem ersten Geburtstag, und dann jedes Jahr am 13. Oktober, dem Tag der Transplantation, zusammen mit meinem Bruder und den Eltern. 
Und große Pläne hat Daniela auch: zwei Kinder möchte sie später einmal haben. Einen Jungen und ein Mädchen. 

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